Netzrahmen


Holzschnitt von Albecht Dürer

 

Beim Netzrahmen handelt es sich um eine Zeichenhilfe bestehend aus einem Rahmen, in dem stärkere Fäden (Zwirn) in der Weise gespannt sind, dass sie ein Raster aus quadratischen Feldern bilden. Diese Quadrierung war schon in der Antike bekannt. Albrecht Dürer empfahl die Größe der Quadrate zwei Finger breit. Auf der Zeichenebene (Papier) wird mit dem Zeichenstift, ganz fein, die gleiche Einteilung übernommen.

Der Künstler überträgt nun Quadrat für Quadrat von der Natur auf die Zeichenebene. Dabei arbeitet er zweidimensional, indem er ein Auge schließt und immer einen bestimmten Fixpunkt durch das Gitter anvisiert. Aus diesem Grund verwendete Dürer eine Visiereinrichtung (siehe Holzschnitt), um den den einmal gewählten Betrachtungsabstand und -winkel immer wieder genau zu finden.

 

Leonardo da Vinci empfahl zum Anvisieren am Kreuzungspunkt zweier Fäden eine kleine Wachskugel anzubringen.

Mit dem Netzrahmen kann man auch vergrößern oder verkleinern, indem man einfach die Quadrate auf der Zeichenebene (Papier) größer oder kleiner zeichnet.

 

Häufige Anwendung fand die Quadrierung bei der Erstellung des Kartons in der Freskomalerei. Hierbei wird ein kleinformatiger Entwurf auf einen großformatigen "Karton"* übertragen. Dieser wird dann 1:1 auf den noch frischen Wandputz durchgepaust.

 

Bei der Miniaturenmalerei wird der Entwurf einer Zeichnung von Normalgröße in ein ganz kleines Quadratraster übertragen.

 

Die Verwendung eines Netzrahmens wurde schon 1435 von L. B. Alberti (1404-1472) als Hilfsmittel empfohlen, um bei Gemälden die perspektivischen Verkürzungen und Schrägen richtig zu treffen.

 

*Karton = Es handelt sich dabei um keinen dicken Karton wie wir ihn kennen, sondern:

Es wurden dabei mehrere Blätter mit gewöhnlichem, meist auch billigem dünnen Zeichenpapier mit Leim zusammengeklebt, da es früher keine großformatigen Papiere gab. Dieses große Papier wird "Karton" genannt. Nach getaner Arbeit wurde der Karton häufig vernichtet.